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Pump-Einsatz auf Pellworm

Nach Anforderung durch Deich- und Hauptsielverband Pellworm sowie Freiwilliger Feuerwehr entsendete das THW Flensburg am Sonntag die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen aus Flensburg auf die Nordseeinsel. Unterstützt wurde sie durch das THW Niebüll und die Kreisfeuerwehrbereitschaft aus Nordfriesland.

Am Sonntag, den 17. September 2017, wurde das THW gegen 12:45 Uhr auf die nordfriesische Insel Pellworm alarmiert. Anforderer war der Deich- und Hauptsielverband Pellworm sowie die örtliche Freiwillige Feuerwehr. Neben der Feuerwehrbereitschaft Nordfriesland und dem THW aus Niebüll war die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen des THW Flensburg mit einem Trupp und Großpumpe ausgerückt.

Aufgrund anhaltender starker Regenfälle und dem Sturmtief "Sebastian" in den letzten Wochen standen auf ganz Pellworm großräumige Flächen unter Wasser. Am Deich installierte Sielpumpen, die normalerweise Wasser vom eingedeichten Bereich der Insel in die Nordsee befördern, waren nicht stark genug um das am Sonntag massenhaft vorhandene Wasser abzupumpen. Deichgraf Ernst August Thams forderte deshalb über den Deich- und Hauptsielverband Pellworm das THW und die Feuerwehr an.
Nach der Alarmierung mit dem Einsatzstichwort TH G (Technische Hilfeleistung, großer Standard) erreichten die Einsatzkräfte als geschlossener Verband aus THW- und Feuerwehreinheiten gegen 18:00 Uhr die Insel Pellworm. Vor Ort wurde durch das THW ein Pegelstand von bis zu 128 cm gemessen, wobei der tiefste Punkt der Wassermassen noch nicht erreicht werden konnte. Straßen standen teilweise bis zu 40cm unter Wasser und waren so nicht mehr mit PKW befahrbar. Auf ganz Pellworm standen Carports und auch Wohngebiete im Wasser, in einige Häuser war bereits Wasser eingedrungen. Weitere Schäden galt es zu vermeiden. Eine Familie konnte ihr Haus nicht mehr verlassen, da das Haus beinahe komplett von Wasser umgeben war. Akute Gefahr bestand aber weder für Leib und Leben, noch für große bedeutende Sachwerte.

In der Nacht zu Montag schafften es die Einsatzkräfte an der aktuellen Einsatzstelle "Süderkoogtief", durch drei Großpumpen der Typen Börger und Hannibal mit je bis zu 5000l/min den Pegelstand an der Einsatzstelle, dem Tiefpunkt der Insel, um 6 cm zu senken. Aufgrund der am Tag eingesetzten Flut wurden die Sielpumpen abgeschaltet, der steigende Pegel der Nordsee drückte so durch die Sielschläusen weitere Wassermassen auf die Insel. Bis zum Abend konnte eine Verringerung des Pegels im eingedeichten Bereich um knapp 1,5cm erreicht werden. Die Ausmaße der überfluteten Flächen waren so groß, dass eine Schätzung der Menge des Wassers nur schwer möglich ist. Es ist aber höchstwahrscheinlich, dass mehrere hundertmillionen Liter Wasser zu diesem Zeitpunkt die Insel überflutet hatten.
Seit Montagmorgen setzten Einsatzkräfte aus Flensburg und Niebüll an der Einsatzstelle Süderkoogtief auch drei Pumpen des Typs WILO ein, die je eine Pumpleistung von bis zu 2000l/min haben. So betrug die Gesamtleistung aller im Einsatz befindlichen Pumpen bis zu 21.000l/min.
Die Feuerwehrbereitschaft tauschte ihr Personal am Montagabend aus, das THW Niebüll verringerte seine Stärke auf 2 Einsatzkräfte, sodass noch 7 Einsatzkräfte des THW auf der Insel waren.
Pumpen und weiteres Gerät von THW und Feuerwehr verblieben dennoch, trotz veränderter Stärke, in gleicher Menge vor Ort. Sie wurden durch die verbliebenen Einsatzkräfte betreut und bedient.
Erfreulich ist, dass im Laufe des Einsatzes unsere Kräfte von den Anwohnern der Insel mit zahlreichen Lebensmittelspenden wie Eis, Getränken oder Kuchen unterstützt werden. Dafür ein herzliches Danke! Die Unterbringung erfolgte in örtlichen Hotels, verpflegt wurden die Helferinnen und Helfer durch ansässige Gastronomie und Supermärkte.
Der Einsatz endete in der Nacht des 20.09.2017. Die Kräfte aus Flensburg wurden im Anschluss zu einem übergelaufenen Regenrückhaltebecken nach Schleswig alarmiert.

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