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Abstützeinsatz für elf Ortsverbände nach Großbrand in Wismarer Altstadt

Als Folge eines Großfeuers in der Wismarer Altstadt galt es Gebäude abzustützen.


Der THW-OV Wismar hatte die Abstützsysteme Holz (ASH) aus Gadebusch und Pinneberg und Uelzen (HB-Ni) angefordert. Weiterhin unterstützten Einsatzkräfte der THW Ortsverbände Ludwigslust, Bad Doberan, Schwerin, Rostock Lüneburg (HB-NI) und Stralsund sowie ASH-Kräfte ohne ASH-System aus Berlin-Charlottenburg.

Seit dem Wochenende ist der ESS-Trupp (Einsatzstellen-Sicherungssystem) des OV Gadebusch unterstützt von den ehrenamtlichen ESS-Spezialisten vom THW Uelzen bei einem Großbrand in Wismar im Einsatz. Dort brannte ein Wohn- und Geschäftshaus. Aufgabe der ESS-Trupps war die Überwachung des einsturzgefährdeten Gebäudes mit technischen Geräten. Erstmals kam den Gadebuschern ein Kofferanhänger, welcher dem ESS-Trupp als mobiles Büro dient, zum Einsatz. Diesen Anhänger hatte kürzlich der örtliche Helferverein dem THW zur Verfügung gestellt.
So wurde am Sonntag um 12:26 Uhr auch derTechnische Zug des THW OV Pinneberg alarmiert. Die16 Einsatzkräften aus Pinneberg trafen am frühen Nachmittag in Wismar mit ihrer Spezialausstattung ein. Mit einem weiteren ASH-System waren auch die Einsatzkräfte aus dem OV Gadebusch vor Ort. Als drittes System wurde das ASH-System von Uelzen angefordert. Im Einsatz waren insgesamt über 120 ehrenamtliche THW-Kräfte Anlass war ein Großfeuer in der Altstadt von Wismar. Es beschäftigt die Einsatzkräfte seit Freitag. Laut NDR wurde aus dem einen Gebäude, dass angeschlagen ist, Menschen über die Drehleiter gerettet. Das zweite Haus, das mittels zwei ASH abgestützt wurde, stand vor Ausbruch des Feuers leer.


****** INFORMATION ASH und ESS********

Was ist das ESS (Einsatzstellen-Sicherungssystem)?


Was ist das ASH (Abstützsystem Holz)?

Der Umfang des ASH ist beachtlich. Neben Holzbalken in verschiedenen Größen, führt das THW bei einem Einsatz Kreissägen und Bohrmaschinen mit. Damit lässt sich das Holz vor Ort je nach Verwendungszweck leicht bearbeiten. Messgeräte sowie Stützen und Erdnägel sind ebenfalls Bestandteil des Inventars. Erdnägel sind ähnlich einem übergroßen Zelt-Hering und dienen zur Fixierung des ASH im Boden. Die komplette Ausrüstung befindet sich auf einem Anhänger und ist somit jederzeit einsatzbereit.
Beim Aufbau des ASH unterscheidet das THW zwischen zwei Stützmethoden. Die erste ist der sogenannte Stützbock, der bis zu 15 Meter in die Höhe reichen kann. Er besteht aus Bohlentreibladen, also Balken, die auf dem Boden liegen. Auf ihnen werden senkrecht stehende Streichbalken befestigt, es entsteht ein rechter Winkel. Um die Konstruktion zu stabilisieren, befestigen die Helfer diagonal, zwischen Bohlentreibladen und Streichbalken, so genannte Strebstützen, was dem Ganzen das Aussehen von einem Dreieck verleiht. Die zweite Methode ist das Sprengwerk. Es wird verwendet, um zwei Wände gegeneinander abzustützen. Mit vorgefertigten Holzbalken lassen sich so individuelle Sprengwerke mit einer Spreizweite von bis zu zehn Metern herstellen.
Einmal aufgebaut, bleibt das ASH meist bis zum Ende des Einsatzes stehen, das heißt in der Regel bis zum Wiederaufbau oder Abriss des Gebäudes. Das Holz wird danach in aller Regel nicht wieder für ein ASH verwendet, da es unter anderem durch Witterungseinflüsse nicht mehr hundertprozentig belastbar ist.

Pressestelle der Stadt Wismar
Brand am Marktplatz in Wismar gelöscht. Brandwache bleibt bestehen

Am Freitag, den 27. April 2018 wurde kurz vor 18 Uhr die Feuerwehr zu einem Brand eines Gebäudes am Marktplatz in Wismar gerufen. Alle Personen konnten aus dem Haus gerettet werden, zwei Personen wurden mit einer Drehleiter evakuiert. Es waren Anfangs 32 Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr Wismar, der Freiwilligen Feuerwehr Altstadt und der Freiwilligen Feuerwehr Friedenshof im Einsatz. Die Zahl der Einsatzkräfte wurde dann rasch auf 70 erhöht. Die Brandbekämpfung dauerte die gesamte Nacht und den gesamten Samstag, den 28. April bis zum Sonntag Vormittag an. Der Brand griff am Samstag auch auf das Nachbargebäude über. Erschwerend kam bei den Löscharbeiten hinzu, dass das Gebäude, das ursprünglich in Brand geraten war, nicht betreten werden konnte, weil dies aufgrund der Hitze und einstürzender Decken zu gefährlich war. Hauptaufgabe war es die betroffenen Gebäude vor allem von oben unter Wasser zu setzen und so auch ein Übergreifen der Flammen auf das zweite Nachbargebäude, die Deutsche Bank, zu verhindern.
Die Feuerwehr Dorf Mecklenburg unterstütze mit einem Team und aus Grevesmühlen, aus Neukloster und aus Schwerin kamen zusätzliche Drehleitern, nebst Einsatzkräften. Auch das THW und der Katastrophenschutz des Landkreises waren vor Ort. Von Samstag auf Sonntag waren bis zu 110 Einsatzkräfte am Einsatzort.
Ein großer Angriff erfolgte zwischen 0 und 6 Uhr am frühen Sonntag Morgen. Es wurden mittels eines Krans mit Korb Feuerwehrleute ans Dach gebracht und dann Löcher in die Dachhaut geschnitten, um so große Mengen Löschschaum einzubringen.
Derzeit, Stand 11:15 laufen die Vorbereitung zum Abzug der meisten Einsatzkräfte. Eine Brandwache bleibt noch mindestens zwei Tage bestehen. Es wird nun geschaut, inwiefern die Gebäude abgestützt werden müssen und entsprechende Maßnahmen hierzu eingeleitet.
Die Straße am Markt ist noch gesperrt, ebenso ein Teil der Mecklenburgerstraße. Dies bleibt mindestens noch so lange bestehen, bis die Abstützung der Gebäude erfolgt ist.
Eine weitere Konsequenz des Einsatzes ist, dass der Tag der offenen Tür der Feuerwehr am 1. Mai ausfallen muss, dieser wird aber zu einem späteren Zeitpunk nachgeholt.

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